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30112017

Blaufränkisch – eine Erfolgsgeschichte


Blaufränkisch ist  unsere wichtigste Rebsorte, sowohl was die Menge aber vor allem die Qualität betrifft. Was sind die Hintergründe für den Erfolg?

Tradition

Blaufränkisch ist im Burgenland nicht nur heute die rote Leitsorte im Burgenland, sondern auch die große historische Rebe im Burgenland (wie auch in Ungarn).

Mit Ausnahme von Pinot Noir, den Esterhazy seit 1758 mit einem Klon direkt aus der Burgund kultiviert, war Blaufränkisch lange Zeit die einzig relevante Rebsorte im Burgenland.

Terroir

Historisch haben sich in der Regel die Rebsorten durchgesetzt, die vom Boden und Klima am besten geeignet waren. Blaufränkisch war und ist somit im Pannonischen Raum die wichtigste Rebsorte. War in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bedingt durch kühleres Wetter und Massenertrag die Reife nicht immer gegeben, kommt das Qualitätsstreben und wärmere  Jahre Blaufränkisch sehr entgegen. Mit seiner späten Reife Mitte Oktober umgeht Blaufränkisch die Regenphasen im September und das Weichwerden der Schalen geht meist mit Beginn eines stabilen Altweibersommers einher. Viel Sonne und kühle Nächte sorgen für optimale Reife und er kann in der Regel ohne Druck zum idealen Zeitpunkt geerntet werden. Fäule und zu hohe Zuckergrade treten zu diesem Zeitpunkt kaum mehr auf, der ideale Lesezeitpunkt ist, wenn die Schalen mürb und die Tannine somit perfekt reif sind.

Die Böden am Föllig und in St. Georgen weisen eine perfekte Mischung aus Muschelkalk im Untergrund mit einer idealen Lehmauflage auf. Der Kalk sorgt für eine prägnante Säure, die die Frucht und Würze sehr frisch erscheinen lässt, der Lehm sorgt für Kraft, ohne dass der Wein schwer wirkt.


Die Weinstilistik  

Blaufränkisch als unsere Leitsorte wird ebenfalls in unterschiedlichen Stilistiken sowohl reinsortig als auch im Cuvée ausgebaut. Blaufränkisch Classic hat die typischen Sorteneigenschaften, Brombeer- und Pfefferwürze, gepaart mit animierender Säure und feinstem, strukturgebendem Tannin. Er kann universell zu verschiedenen Anlässen eingesetzt werden. Blaufränkisch Leithaberg steht für den gebietstypischen Wein, er ist der ideale Speisebegleiter für kräftige Fleischgerichte, da er mit seiner saftigen Säure perfekt harmoniert und animiert. Die beiden Lagenweine, der elegante, feminine Blaufränkisch Föllig und der intensiv-kräftige, maskuline Blaufränkisch Schildten punkten mit enormer Konzentration und Komplexität und Potential für viele Jahre.  

Auch die beiden Cuvées sind vom Blaufränkisch geprägt. Estoras als kleiner Bruder des Tesoro ist vergleichbar mit einem Zweitwein in Bordeaux. Die Anteile an Merlot und Cabernet Sauvignon geben dem Cuvée eine komplexe Frucht und Körper. Durch den Ausbau im mehrheitlich gebrauchten Barrique ist er der ideale Speisenbegleiter. Elegant, mit feiner Holznote und Tiefgang ist es ein Wein, auf den sich auch unterschiedliche Gaumen einigen können. Tesoro ist der Topwein des Hauses, eine Selektion der besten Fässer. Das Rückgrat bildet, abhängig vom Jahrgang mit einem Anteil von 70 bis 80% Blaufränkisch aus den Lagen Föllig und Schildten. Dazu kommt Merlot aus der Riede Schneiderteil, der zusätzliche Komplexität bringt. Mit seinem enormen Reifepotential ist es ein besonderer Wein für besondere Anlässe wie einer Geburtstagsfeier oder zu Weinachten oder als wertvolles Geschenk.


Text: Gerald Rouschal, Weinakademiker