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23012018

Leithaberg DAC trifft Granit

 

Um eine Verwirrung gleich wieder aufzuklären: Leithaberg DAC-Weine wachsen weiterhin nur auf Kalk- und Schieferböden. Seit Anfang Jänner haben wir ein Granitfass mit 1.100 Liter Füllvermögen, dass soeben mit Chardonnay Befüllt wurde. Das Fass wurde aus einem 9-Tonnen Granitblock gehauen, wiegt immer noch stattliche 1.800 kg.  

Was unterscheidet Granit von anderen Materialien? Granit ist entgegen landläufiger Meinung nicht komplett dicht. Seine Struktur ist porös und vergleichbar mit der eines mittelporigen Holzfasses. Die Dichtheit ist gegeben, es stellt sich ein Gasaustausch mit der Umgebung ein. Deshalb steht es auch im Fasskeller, da die hohe Luftfeuchtigkeit ideal für eine gleichmäßige Reifung ist.  

Wie wird der Wein verändert? Durch den Luftaustausch wird eine leichte, gleichmäßige Mikrooxigenierung erreicht, ähnlich einem Holzfass. Im Unterschied zu Holz wird der Wein sensorisch nicht beeinflusst, auch findet keine Mineralisierung durch Granit statt. Während Edelstahl die Primärfrucht des Weins betont und ein Eichenfass den Wein geschmeidiger und runder macht, wirkt Wein vom Granitfass deutlich kerniger. Die traubeneigene Mineralität wird also stärker betont.   

Dieses Fass unterstützt unsere Suche nach Technologien, Materialien und Weinstilen, die unseren Terroir geprägten Weinen entsprechen. Keinesfalls soll hier Trends oder kurzfristigen Neuheiten nachgeeifert werden. Die Erfahrung mit diesem Natursteinfass soll vielmehr ein weiterer Schritt zu ausdrucksstarken und einzigartigen Weinen sein.  

Im Juni 2018 findet dann eine Verkostung unseres Chardonnays in den unterschiedlichen Ausbauarten Edelstahl, Eichenfass und Granit statt. Eine persönliche Einladung dazu folgt zu einem späteren Zeitpunkt.


Text: Gerald Rouschal, Weinakademiker