Die Esterházys: Magnaten für Kultur & Kulinarik
Von Christoph Wagner, Gastrosoph
Goethe bezeichnete die weitläufigen Latifundien des ungarischen Fürstengeschlecht der Esterházy von Galantha einst als »Feenreich« und meinte damit vor allem den Kunstsinn sowie das Mäzenatentum der alten Magnatenfamilie. Doch die guten Feen waren keineswegs nur in Sachen Musik, Bildender Kunst und Literatur unterwegs, die Esterházys erwiesen sich im Lauf der Zeit auch als wahre Magnaten für Weine, Torten und Braten.
Kaum ein anderes europäisches Adelsgeschlecht hat so viele Köche zu erlesenen kulinarischen Kreationen inspiriert wie jenes der Esterházy. So wurde in den Esterházy´schen Schlossküchen zwischen Eisenstadt und Fertöd etwa das Esterházy-Gulyas, der Esterházy-Rostbraten und das Esterházy-Schnitzel (alle mit einer Garnitur aus Sauerrahm, Wurzelwerk, Kapern, gelegentlich auch Erbsen oder Sardellen) sowie die Esterházycremetorte bzw. die Esterházyschnitte erfunden.
Mindestens ebenso viele nachhaltige Spuren wie in Kultur & Küche hat die Familie Esterházy im Weinbau der Region hinterlassen. Was läge also näher, als traditionsreiche und zeitgemäße Gerichte aus dem Esterházy´schen Umfeld mit traditionell ausgebauten sowie innovativ gemachten Kreszenzen der obersten Güteklasse zu kombinieren, wie sie in den ältesten Lagen des Burgenlandes heranwachsen und in Österreichs modernster Winery gekeltert werden?
