2020 - unser bisher bester Jahrgang

Der Winter und das Frühjahr waren extrem trocken und sorgte für teilweise verspäteten Austrieb. Ab Juni setzten dann die lang erwarteten Regenfälle ein, die Temperaturen blieben den ganzen Sommer über eher moderat, kühle Nächte sorgten für ein gleichmäßiges, moderates Wachstum im Weingarten. Die Herausforderung lag zu Beginn bei der extremen Trockenheit, besonders die Junganlagen litten darunter und wurden im Mai wöchentlich bewässert. Ab Juni wandelte sich das Bild: Niederschläge gab fast wöchentlich und sorgten für eine gleichmäßige Wasserversorgung.

Nach den Hitzejahrgängen 2017, 2018 und 2019 gab es 2020 wieder eine „normale“ Lese. Sie begann am 1. September mit Gelber Muskateller und Sauvignon Blanc, gleich danach folgte bereits Blaufränkisch als Sektgrundwein für Quinquin und Blanc de Noirs. Mitte September erfolgte die Hauptlese bei den weißen Trauben, Chardonnay, Grüner Veltliner und Sauvignon Blanc. Die Beeren sind dabei durchwegs sehr klein und aufgrund der kühlen Nächte mit einer hohen Aromenintensität und frischen Säure ausgestattet. Auffallend war dieses Jahr, dass die weißen Trauben fast alle gleichzeitig reif wurden und innerhalb einer Woche gelesen wurden.

Auch bei den roten Trauben, wo Zweigelt und Pinot Noir üblicherweise fast ein Monat vor dem Blaufränkisch gelesen werden, zeichneten ein anderes Bild. Die ersten Blaufränkisch-Trauben wurden bereits am 5. Oktober gleichzeitig mit Zweigelt gelesen, weil sie geschmacklich und physiologisch bereits voll ausgereift waren. Der letzte Blaufränkisch aus den Rieden Schildten und Hummelbühel wurde am 20. und 21. Oktober gelesen. Dabei wurde hoch gepokert: die Regenphase vom 12. bis 16. Oktober wurde abgewartet. Zum Glück war es in dieser Phase außergewöhnlich kalt, ich der Nacht fielen die Temperaturen bis auf 2° Celsius. Dadurch gab es keine Fäule, die Trauben konnten anschließend gesund und mit einer perfekten Reife gelesen werden.

Die ersten Jungweine aus 2020 zeigen sich sehr vielversprechend: moderat im Alkohol, dabei sehr duftig mit intensiver Aromatik. Die Rotweine zeigen durch die Bank sehr saftiges, reifes Tannin.

2019 – ein perfekt reifer Jahrgang

Der Austrieb startete aufgrund der warmen Temperaturen mit Anfang April schon sehr früh. Spätfrost wie 2016 oder 2017 blieb zum Glück aus. Ein kühler und regnerischer Mai sorgte für einen ausgeglichenen Vegetationsverlauf. Im Juni wurde es hochsommerlich heiß, diese Phase hielt bis Ende August an. Unsere älteren Rebanlagen kamen mit der Trockenheit sehr gut zurecht, da sie in unseren eher tiefgründigen kalkreichen Böden bereits tief verwurzelt sind. Unsere Junganlagen mussten hingegen aufwendig per Hand bewässert werden, um Trockenstress zu vermeiden

Rechtzeitig zu Erntebeginn Anfang September wurde es deutlich kühler. Speziell in den Nächten fiel die Temperatur regelmäßig unter 10° Celsius. Das bewirkt durch die größeren Tag-Nacht-Unterschiede einen perfekten Aromaaufbau in den Beeren. Außerdem konnte die Weinlese entspannt bis Mitte Oktober erfolgen. Wie teilweise erst bei Lese ersichtlich sorgte die Hitze während der Blüte im Juni zu Verrieselungsschäden. Dadurch wurde ein Teil der Beeren nicht befruchtet, sodass statt 150 Beeren eine Traube nur um die 100 hat. Mit dem freien Auge ist das oft gar nicht erkennbar, erst bei der Lese wird die geringe Erntemenge ersichtlich. Für die Qualität der Trauben ist die Verrieselung allerdings positiv, da eine lockere Traube weniger anfällig für Pilzkrankheiten ist.

Die 2019er-Weine zeigen sich prinzipiell von der kräftigen Seite. Leichtgewichte unter 12% Alkohol konnten gar nicht gelesen werden, dennoch waren die Säurewerte 2019 überdurchschnittlich hoch. Die Kombination aus hoher Säure und Reife führt zu Weinen, die aus dem Fass oft schwierig zu verkosten sind und ruppig wirken, dafür eine sehr hohe Lagerfähigkeit aufweisen. Insofern reiht sich 2019 in die typischen 9er Jahrgänge wie 2009 oder 1999 ein, die ebenfalls perfekte Reife und ein hohes Lagerpotential aufweisen.

2018 - der bisher heißeste Jahrgang

Das Jahr begann sehr kühl, bis weit in den März gab es regelmäßig Minusgrade. Das führte zu einem späten Austrieb. Dieser Rückstand wurde im sommerlichen Mai aufgeholt, danach folgten 3 sehr heiße Monate mit wenig Niederschlag. Die Gefahr von Pilzkrankheiten war sehr gering, die Herausforderung lag in der Pflege der Laubwand. Auf der einen Seite wurde sie kurzgehalten, um Trockenstress durch eine übermäßige Verdunstung zu vermeiden, gleichzeitig war eine gute Beschattung der Traubenzone wichtig, um Sonnenbrand zu vermeiden.

Die Lese begann am 9. August und wurde mit Blaufränkisch am 27. September abgeschlossen. Sie lag somit fast ein Monat vor dem üblichen Lesetermin. Der Beginn der Lese war sehr herausfordernd, da durch die hohen Temperaturen im August die Traubenreife rasant fortschritt. Die Zucker- und Säurewerte mussten täglich kontrolliert werden, um die Trauben zum perfekten Zeitpunkt zu ernten. Der kühle September sorgte dann für eine entspannte Rotweinlese.

Obwohl 2018 als das Jahr der Extreme bezeichnet werden kann, sind die Weine keinesfalls üppig oder gar opulent. Die Alkoholwerte lagen im Durchschnitt unter denen von 2017. Blaufränkisch zeigt eine pure, klare Frucht mit perfekt reifen Gerbstoffen, Merlot zeigt eine Dichte und Struktur, die an Pomerol erinnert.

2017 - ein kräftiger Jahrgang mit viel Frucht

Ein langer, strenger Winter sorgte für einen späten Austrieb. Trotzdem mussten wir Anfang Mai wieder wegen Spätfrost bangen, der allerdings im Unterschied zu 2016 kaum Schaden verursachte. Danach wurde es schnell warm und es folgte ein heißer, trockener Sommer. Speziell der August gilt als der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Dementsprechend war auch der Lesebeginn sehr früh und startete bereits am 24. August. Der September war dann deutlich kühler und sorgte für einen gleichmäßigen Reifeverlauf. Die Trauben konnten extrem gesund eingebracht werden. Fäulnis gab es in diesem Jahr so gut wie gar nicht. Am 11. Oktober wurden die letzten Blaufränkisch-Trauben gelesen.

2017 ist ein Jahrgang mit sehr dicken Beerenschalen und überdurchschnittlich hohen Extraktwerten. Dementsprechend kräftige Weine mit viel Frucht aber auch Struktur wurden gekeltert, die eine lange Lebensdauer vor sich haben. Speziell Merlot und Blaufränkisch gehört zum Besten, was jemals auf diesem Weingut produziert wurde.

2016 - das Jahr des Spätfrostes

2016 galt als ein sehr schwieriges Jahr im Weingarten. Ende April sorgte Spätfrost an 3 Tagen für ungefähr 25 % Ernteausfall. Ungewöhnlich war dabei vor allem, dass hochgelegene Hanglagen oft noch stärker betroffen waren und wir in unseren besten Lagen mit teilweise 50 % Ausfall betroffen waren. Das Frühjahr war dann kühl, was durch einen heißen Sommer wettgemacht wurde. Die Niederschläge fielen regelmäßig und in ausreichenden Mengen.

Wichtig war es im August vor allem bei den roten Trauben, den durch den Frostschaden verursachten Nachtrieb zu entfernen, da bei der Lese diese nicht vollständig ausgereiften Trauben optisch nicht mehr erkennbar sind. Die Erntemenge war dann frostbedingt klein, aber von sehr guter Qualität. Lesebeginn war am 6. September. Trockenes Wetter bis in den Oktober hinein sorgte für eine entspannte Lese.

Hervorzuheben sind die hohen Säurewerte bei allen Rebsorten, die für viel Frische und Lagerfähigkeit sorgen. Diese sind in ganz Mitteleuropa feststellbar. Der Grund dafür ist die gleichmäßige Niederschlagsverteilung im Sommer, die die Äpfelsäurewerte hochhielten. Besonders Chardonnay und Blaufränkisch zeigen sich mit frischer Fruchtaromatik und Konzentration, die durch ihre lebendige Säurestruktur balanciert wird.

2015 - ein roter Spitzenjahrgang

Der Austrieb erfolgte eher spät, der Frühling war eher kühl und regnerisch. Ab Juni wurde es sehr heiß und er Sommer war geprägt von mehreren Hitzewellen. Regen fiel wenig aber zum genau richtigen Zeitpunkt, vor allem zu Beginn der Traubenreife. Außerdem waren die Böden durch das regnerische Frühjahr noch mit genügend Feuchtigkeit versorgt.

Die Lese begann in der ersten Septemberwoche und musste sehr zügig erfolgen, da durch die warme Witterung die Traubenreife und die Zuckerbildung rasch voranschritt. Hauptaugenmerk lag bei den weißen Trauben darin, sie rechtzeitig mit optimalen Reifeparametern (Frucht, Zucker, Säure und pH-Wert) zu lesen. Bis 9. Oktober waren auch die roten Trauben gelesen, da früheste Leseende jemals auf unserem Weingut.

2015 gilt besonders bei den Rotweinen als absolutes Spitzenjahr. Die durch die Hitze kleinbeerigen Trauben sorgten für viel Konzentration und Fülle. Besonders der spätreifende Blaufränkisch profitierte davon und hat ein ausgezeichnetes Lagerpotential für viele weitere Jahre.

2014 - ein arbeitsintensiver und fordernder Jahrgang

Dieser Jahrgang kann bestenfalls als durchwachsen bezeichnet werden. Viel Feuchtigkeit sorgte für ein starkes Wachstum der Reben. Dementsprechend war viel Laubwandarbeit notwendig, um den Befall mit Pilzkrankheiten zu verhindern. Dazu fielen in der zweiten Augusthälfte Rekordmengen an Niederschlägen, die besonders den roten Frühsorten Zweigelt und Pinot Noir zusetzten.

Die Lese begann in der ersten Septemberwoche und erwies sich als extrem arbeitsintensiv, da durch die Augustniederschläge viele Beeren aufplatzten. Diese mussten in mühevoller Handarbeit aussortiert werden. Das führte zu Ernteverlusten von teils über 50 Prozent bei den Frühsorten. Besser lief es beim Blaufränkisch, da dieser während der Regenfälle noch feste Schalen hatte und noch von der besseren Witterung ab der zweiten Septemberhälfte einen Vorteil hatten.

Von dieser kühlen und feuchten Witterung profitierten die weißen Rebsorten. Diese Weine zeigten eine klare Frucht mit frischer Säure. Speziell der Leithaberg DAC Chardonnay. Deutlich schwerer taten sich die roten Rebsorten, die zwar ausreiften, aber nicht die Kraft und Konzentration wie in andern Jahren hatten. Die roten Lagenweine wurden nicht gefüllt, sie halfen aber, die Qualität der klassischen Rotweine zu heben.

2013 - mit viel Geduld zu einem guten Jahrgang

Das Frühjahr war sehr feucht. Diese Niederschläge waren sehr wichtig, da ab Juni das Wetter umschlug und es den ganzen Sommer über sehr trocken und heiß war. In diesem Frühjahr haben wir 7 Hektar neu ausgepflanzt. Das Weingartenteam war den gesamten Sommer beschäftigt, diese 40.000 Jungreben zumindest alle 2 Wochen mit 20 Liter Wasser pro Stock zu versorgen.

Mit Beginn der Lese Anfang September setzte Regenwetter ein, weshalb der Leseplan ständig über den Haufen geworfen wurde. Die Lese wurde mehrmals nach hinten verschoben. Da Zuwarten war wichtig, denn wenn auch die Trauben genug Zucker hatten, hinkte die Tanninreife hinterher. Viel Geduld war notwendig, aber schließlich konnten perfekt ausgereifte Trauben gelesen werden.

Weißwein und Rotwein gerieten beide gut in diesem klassischen Jahr. Sie zeigen sich mit viel Frucht und Würze. Durch die hitzebedingt sehr dicken Schalen zeigen die Rotweine eine intensive Tanninstruktur. Das machte sie in ihrer Jugend schwierig zu probieren und teils unbalanciert. Mit zunehmender Reife hat sich das Tannin integriert, die Weine zeigen jetzt ein großes Reifepotential.

2012 - ein Jahrgang mit viel Kraft und Struktur

2012 war, ähnlich wie auch im Jahr zuvor, ein perfektes Weingartenjahr. Der Frühling war warm und sonnig und ging nahtlos in einen heißen, perfekten Sommer über. Es war relativ trocken, die wenigen Regenfälle folgten dann immer zu richtigen Zeitpunkt. Im Juli gab es ein paar Regentage, die Trockenstress vermieden und ein Gewitter Mitte August, das die Traubenreife unterstützte.

Die Ernte erfolgte bei idealen Bedingungen, da sich die Schönwetterperiode bis in den Oktober hineinzog. Die meisten Trauben wurden bereits im September gelesen, Merlot und Blaufränkisch folgten Anfang Oktober.

Die Rotweine zeigen alle viel Kraft und Struktur. Die Qualität war so außergewöhnlich, dass wir erstmals unseren Blaufränkisch-Lagenwein von der Riede Schildten erzeugten. Damals noch unter der historischen Riedenbezeichnung „Baumschule“.

2011 - ein perfekter Jahrgang im Weingarten

2011 gilt als perfektes Jahr im Weingarten. Dabei war der Beginn alles andere als ideal. Im Winter sorgte Frost bis minus 17° Celsius für Freude bei Eisweinproduzenten, es bestand aber die Gefahr, dass bei diesen Temperaturen bereits Stöcke erfrieren. Im Mai sorgte dann Spätfrost für kleinere Schäden in tiefen Lagen. Bis in den Juli hinein war das Wetter durchwachsen, mit ausreichend Niederschlägen. Ab August setzte ein stabiles Hochdruckwetter bis in den Herbst hinein ein.